Hydrolift E-22
Hydrolift · Elektrisch
Preis auf Anfrage
Die norwegische Bootswerft Hydrolift bringt mit der E-22 ein 6,68 Meter langes elektrisches Sportboot auf den Markt, das seine Wurzeln im verbrennergetriebenen Modell X-22 hat – für den Umstieg auf den elektrischen Antrieb wurde der Rumpf jedoch grundlegend neu konzipiert. Das Boot entsteht in GFK-Sandwichbauweise und ruht auf einem doppelt gestuften V-Rumpf mit 24 Grad Aufkimmung; Platz ist für sechs Personen an Bord. Ein Elektromotor mit 90 kW Leistung ermöglicht laut Werftangaben eine Höchstgeschwindigkeit von 35 Knoten, wobei die Reichweite bei 20 Seemeilen liegt. Beim Laden über das serienmäßige Ladegerät veranschlagt Hydrolift sieben Stunden, konkrete Angaben zur Kapazität der Batterie bleibt die Werft jedoch schuldig.
Technische Daten
- Länge
- 6.68 m
- Breite
- 2.3 m
- Gewicht
- 1 500 kg
- Personenzahl
- 6
- Motorleistung
- 90 kW
- Höchstgeschwindigkeit
- 35 Knoten
- Reichweite
- 20 nm
- Ladezeit
- 7 Stunden
Was Käufer wissen sollten
Für wen sie gebaut ist
Wer sich für die E-22 interessiert, sucht ein flottes Sportboot nordischer Schule – in einem Segment, wo sonst ein Benzin-Daycruiser ähnlicher Bauart die Alternative wäre. Die Werftangaben lassen dabei keinen Interpretationsspielraum: 35 Knoten Topspeed stehen 20 Seemeilen Reichweite gegenüber. Damit eignet sich das Boot für kurze, zügige Ausflüge – hinüber zur Insel, quer über den See, zum Stegrestaurant und wieder zurück –, nicht aber für ausgedehnte Fahrten. Wer an einem gewöhnlichen Ausfahrtstag deutlich mehr als etwa 20 Meilen zurücklegen möchte, muss den Ladevorgang von Anfang an in die Routenplanung einbeziehen.
Im Vergleich zur Konkurrenz
Während viele elektrische Boote dieser Größe eher auf Reichweite setzen und dafür in gemächlicher Verdrängerfahrt bleiben, wählt die E-22 den entgegengesetzten Ansatz. Tatsächliche 35 Knoten auf einer Länge von 6,7 Metern sind unter direkten Konkurrenten kaum zu finden. Diese sportliche Ausrichtung hat freilich ihren Preis: eine überschaubare Reichweite. Immerhin wird dieser Kompromiss von der Werft offen kommuniziert und nicht kaschiert.
Die Vorbehalte
Auffällig bleibt, dass Hydrolift keine Zahl zur Batteriekapazität nennt – gerade jener Wert, der bei Elektrobooten die verlässlichste Einschätzung erlaubt. In diversen Anzeigen von Drittanbietern kursiert zwar die Angabe „60 kW DC“, doch dabei handelt es sich um eine Schnelllladeleistung und nicht um die Akkugröße; eine Gleichsetzung wäre irreführend. Hinzu kommt, dass Hydrolift traditionell vor allem Verbrenner-Sportboote baut und die E-22 eine Adaption dieses Know-hows darstellt. Die Rumpfkonstruktion wirkt zwar durchdacht umgesetzt, doch bei rein elektrischen Booten kann die Werft bislang nur auf eine vergleichsweise kurze Erfahrung zurückblicken.
Verfasst auf Grundlage der vom Hersteller veröffentlichten Daten und des Marktumfelds, nicht aufgrund eigener Probefahrten. Bestätigen Sie alle Angaben vor dem Kauf beim Hersteller.


